Die Invasion Edwards III. in Frankreich 1346

Der Beginn des hundertjährigen Krieges England gegen Frankreich

Truppenbewegungen während der Invasion - Christian Peitz
Truppenbewegungen während der Invasion - Christian Peitz
Mit der Invasion Edwards III. in der Normandie ging der hundertjährige Krieg in seine erste heiße Phase. Erster Höhepunkt war die Schlacht von Crécy.

Alles hatte begonnen, weil die drei Söhne des 1326 verstorbenen Kapetingers Philip IV., König von Frankreich mit dem Beinamen „der Schöne“, in kurzer Folge ebenfalls das zeitliche gesegnet hatten. Nach dem Tod des letzten, Karls IV., der eine schwangere Königin hinterließ, ging die Krone daher an Philips Neffen, Philip von Valois über, der als Philip VI. im Jahr 1328 den Thron Frankreichs bestieg.

Das salische Recht

Dies konnte nur möglich werden, indem man die weibliche Thornfolge, nach der die Krone auf die Tochter Karls IV. übergegangen wäre, ausschloss. So berief man sich auf das neue salische Recht, welches tatsächlich nicht nur verbot, dass Frankreich von einer Frau regiert werden könne, sondern das auch die Weitergabe der Krone in der weiblichen Linie ausschloss.

Doch Philip IV. hatte eine Tochter hinterlassen: Isabella. Diese war mit dem englischen König Edward II. verheiratet. Deren gemeinsamer Sohn, Edward III., erhob nun seinerseits Anspruch auf den französischen Thron, da seine Verwandtschaft mit Philip IV. viel enger sei als die des Valois. Ob also die Königswürde nicht doch über die weibliche Linie weitergegeben werden konnte, darüber stritten sich die Geister – und nicht nur die.

Edward fand, vor allem Aufgrund von mehrfacher Parteinahme Philips VI. bei innerpolitischen Auseinandersetzungen, Verbündete in Flandern, in der Bretagne und unter einigen Rittern in der Normandie. Philip konnte auf die Hilfe des böhmischen Königs Johann von Luxemburg und des im Exil lebenden Königs Jaime von Mallorca zählen.

Die ersten Kriegsjahre

1337 entbrannten offene Streitigkeiten über die schon seit langem unklare Grenze der Gascogne, des Landstriches an der französischen Atlantikküste zwischen La Rochelle, Bordeaux und den Pyrenäen, der zum Herrschaftsgebiet des englischen Königs gehörte. Es war der Beginn des Hundertjährigen Krieges.

Die ersten Kriegsjahre verliefen ohne größere Ereignisse. England konnte die französischen Einfälle in der Gascogne abwehren. Die für Frankreich verlorene Seeschlacht von Sluys im Jahr 1340 veranlasste Philip VI. jedoch, sein Augenmerk verstärkt auf die Seerüstung zu legen. In Nizza, Monaco und Genua rekrutierten seine Emissäre eine Flotte, deren Besatzungen auch als Infanteristen dienen konnten.

Zudem wurden Armbrustschützen angeworben. Diese werden zwar allgemein als Genuesen bezeichnet, doch stammten viele von ihnen auch aus anderen italienischen Städten und aus Südfrankreich. Im März 1346 fanden sich die Männer zur Musterung in Nizza ein. Sie standen unter der Führung des Genueser Granden Odone Doria und Carlo Grimaldis, des ersten Fürsten von Monaco.

Zur gleichen Zeit war auch Edward nicht untätig. Bei seinen Truppenaushebungen konzentrierte er sich eher auf seine eigenen Untertanen, seine flämischen und bretonischen Verbündeten waren ihm zu unsicher. An der Kanalküste zog er Truppen, eine große Zahl an Schiffen sowie große Mengen an Ausrüstung zusammen. Das Ziel war die Ivasion.

Die Invasion

Etwa 750 Schiffe mit mindesten 9.000 Männern – die Schätzungen gehen bis 15.000 Mann hoch – verließen am 11. und 12. Juli 1346 die englischen Kanalhäfen in Richtung Normandie, zur Cotentin- Halbinsel. Von 12. bis zum 17. Juli landeten die Truppen Edwards in Barfleur. Zwei Wochen später, am 26. Juli, belagerten und nahmen sie Caen.

Bei Rouen wollten sie Anfang August die Seine überqueren, um sich mit Truppen, die von Osten aus Flandern vorrückten, zu vereinen. Die Stadt war jedoch schwer verteidigt, die Brücke zerstört. Seit dem 25. Juli hatte Philip seine Truppen gesammelt und nach Rouen gebracht. Sein Heer bestand aus etwa 27.000 Mann.

Es begann das Wettrennen an der Seine. Durch ein Ablenkungsmanöver gelang es Edward, Philip, der das englische Heer von nun an ständig mit seinen Truppen verfolgte, nach Süden zu locken. In der Zwischenzeit reparierten die Engländer nördlich von Paris, bei Poissy, eine Brücke und überquerten am 16. August die Seine.

Jetzt begann das Rennen an die Somme. Da auch hier die meisten Brücken zerstört waren, gelang Edward erst am 24. August, bei Abbeville an der Furt von Blanchetaque, kurz vor der Mündung der Somme in den Kanal, der Übergang über den Fluss. Hier hatte die englische Nachhut den ersten direkten Kontakt mit den französischen Verfolgern. Nur die steigende Flut, die sich hier bereits deutlich in den Fluss drückte, verhinderte, dass die Franzosen vollständig aufschließen konnten.

Den flämischen Verbündeten Edwards war es unterdessen nicht gelungen, die Stadt Béthune, die sie auf ihrem Weg nach Westen zur Vereinigung mit Edwards Truppen, belagert hatten, zu erobern. An genau jenem Tag, an dem Edward die Somme überschritt, gaben sie auf und zogen sich nach Merville zurück. Edward musste ohne seine Verbündeten auskommen.

Am 25. August 1346 gönnte Edward III. seinen Truppen eine Pause und ließ sie unweit des Ortes Crécy-en-Ponthieu ein Lager aufschlagen. Hier erwartete er Philip VI. Es war der Vorabend der ersten großen Feldschlacht des hundertjährigen Krieges.

Literatur

David Nicolle: Crécy 1346. Oxford 2000.

Christian Peitz, Sabine Peitz

Christian Peitz - Schon fast mein ganzes Leben begleiten mich Modelleisenbahnen und ihre Vorbilder. Speziell die Zeit der Dampfloks hat es mir in Vorbild ...

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